Wer wir sind:

In unserem Autismus-Therapiezentrum Südbaden mit den vier Standorten in Freiburg, Bad Säckingen und Lahr arbeitet ein multidisziplinäres Team aus Psychologen/-innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/-innen, Sozialpädagogen/-innen, Heilpädagogen/-innen und Mitarbeiter/-innen mit systemischen, musiktherapeutischen, theaterpädagogischen und kunsttherapeutischen Fortbildungsschwerpunkten. Die Teams setzen sich in den einzelnen Standorten unterschiedlich zusammen. Unsere Mitarbeiter/-innen bekommen zudem autismusspezifische Schulungen und haben Erfahrung mit den unterschiedlichsten Störungsbildern aus dem gesamten Autismus-Spektrum.

Was wir anbieten:

  • Ambulante Therapien: Unser Schwerpunkt liegt auf ambulanten Therapien für Kinder und Jugendliche mit diagnostizierter Autismus-Spektrum-Störung.
  • Therapeutische Kleingruppen: In therapeutischen Kleinstgruppen (2 Klienten) soll das in der Einzeltherapie gelernte in die Gruppensituation übertragen werden. Perspektivisch sind auch größere Gruppen von bis zu 5 Klienten geplant.
  • Frühtherapie: Im Vorschulalter bieten wir eine intensivierte Frühtherapie mit bis zu 6 Therapiestunden pro Woche an. Wir arbeiten hier in Absprache mit den Familien anteilig im Therapiezentrum, zuhause und im Kindergarten.
  • Erwachsene: Vereinzelt bieten wir auch Therapie bzw. Beratung für erwachsene Klienten an.
  • Fachberatung und Fortbildung: Auf Anfrage bieten wir Fachberatungen für professionelle Mitarbeiter/-innen von Einrichtungen an, bzw. geben individuell ausgerichtete Fortbildungen.

Für wen wir ambulante Therapie anbieten:

Unser Klientel besteht aus Menschen (Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen) aus dem Bereich der Autismus-Spektrum-Störungen. Hierzu zählen der frühkindliche Autismus, das Asperger-Syndrom, der atypische Autismus sowie das Rett-Syndrom.  Neben der konkreten Arbeit mit diesen Menschen arbeiten wir gleichzeitig eng mit dem Umfeld (Eltern, Erzieher, Lehrer, Assistenten, etc.) unserer Klienten zusammen.

Es finden in der Regel über einen längeren Zeitraum ab dem Schulalter Therapien von 3 Fachleistungsstunden pro Woche statt, in seltenen Fällen können mehr Stunden pro Woche sinnvoll sein. Gleichzeitig bieten wir für Kinder im Vorschulalter eine intensivierte Frühtherapie mit bis zu 6 Fachleistungsstunden pro Woche an.

Unser Auftrag und unsere Zielsetzung:

Gemeinsam mit dem Umfeld bzw. unseren Klienten ab dem Jugendalter beschließen wir gewünschte Inhalte und Ziele für die Therapie. Diese orientieren sich an den individuellen Ressourcen und Schwierigkeiten des Einzelnen. Häufig handelt es sich um Ziele aus den Bereichen der Kommunikation, des Sozialverhaltens, des Spielverhaltens, der Handlungsplanung sowie der Wahrnehmung.

Unsere Arbeitsweise:

Durch den Neuaufbau des Standortes Lahr, war es uns möglich, ein erweitertes Konzept durchgängig in unsere Arbeit zu integrieren. So arbeiten wir bei fast allen Klienten nach einem 2 Therapeutensystem (Ausnahmen sind einzelne Jugendliche und junge Erwachsene Klienten mit vorrangig gesprächstherapeutischen Therapieinhalten). Beim 2-Therapeutensystem  handelt es sich um ein Konzept, bei dem zwei Therapeuten nach einer gemeinsamen Beobachtungsphase mit dem Klienten, Therapieanteile getrennt übernehmen. Dies soll die Kontinuität der Therapie unterstützen, da Ausfallzeiten durch Krankheit und Urlaub reduziert werden können. Auch wird durch diese Maßnahme automatisch die Flexibilität des Betroffenen erhöht, da dieser sich in kurzer Zeit auf zwei unterschiedliche Therapeuten einstellen muss. Zusätzlich bewirkt die unterschiedliche Schwerpunktausrichtung der Therapeuten, dass Therapiereflexionen und -planungen noch hochwertiger werden.

In den anderen beiden Standorten wird ebenfalls anteilig mit 2 Therapeuten gearbeitet.

Am Beginn der Therapie steht eine längere Beobachtungsphase von etwa 8 Terminen. Hier stehen der Beziehungsaufbau sowie das Erfassen von Stärken und Schwierigkeiten im Vordergrund.

Im Anschluss daran findet eine Lernzielbesprechung statt, die gemeinsam mit den Bezugspersonen, den Klienten ab dem späteren Jugendalter und teilweise einer Sachbearbeitung des Jugend- oder Sozialamtes gestaltet wird. Hier werden gemeinsam konkrete Ziele für den weiteren Therapieverlauf besprochen und festgelegt.

Im Rahmen unserer Arbeit legen wir großen Wert auf die Umfeldarbeit. Diese kann sehr unterschiedlich aussehen und ist jeweils an die Bedürfnisse der Familie und des Umfeldes angepasst. Es finden regelmäßige Gespräche mit den Bezugspersonen statt. Dadurch kann der aktuelle Entwicklungsstand des Klienten sowie Fragen zu speziellen Themen im Alltag erarbeitet werden. Gleichzeitig wird eine Übertragung von Therapieinhalten ins Umfeld möglich. Je nach Bedarf nehmen die Bezugspersonen zudem an Therapiesitzungen teil. In diesem Zusammenhang finden ebenfalls Haus- und Institutionsbesuche statt, um bei Strukturierungen und Problemlösungen im Alltag zu unterstützen.

Welche Methoden wir anwenden:

Wir bringen unsere Erfahrungen in der Anwendung unterschiedlicher autismusspezifischer Methoden ein und versuchen gemeinsam mit der Familie und dem sozialen Umfeld Lösungen für schwierige Situationen individuell zu entwickeln, die langfristig umsetzbar sind. Wir arbeiten mit Methoden in Anlehnung an z.B. TEACCH, PECS, verschiedene verhaltenstherapeutischen Methoden mit dem Fokus auf das gesamte Autismus-Spektrum, Rollenspiele, Soziales Kompetenztraining mit dem Fokus auf die Reduktion der autistischen Verhaltensweisen, Social Stories und Comic Strip Conversation nach Carol Gray, Soziales Kleingruppen- und Gruppentraining, Verhaltensanalyse und Zielformulierung mit Hilfe von Videoreflektionen, bedarfsorientierter Elternarbeit und Vermittlung autismusspezifischer Methoden im Umgang mit dem Klienten.

Was wir in Kurzform über Autismus zusammenfassen möchten:

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, welche gekennzeichnet ist durch qualitativ erhebliche Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion und in der Kommunikation. Es handelt sich um eine zentrale Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns. Autisten sind in vielen Bereichen keine Selbstlerner, da Sie mit der Imitation Schwierigkeiten haben. Sie brauchen gezielte Förderung und Unterstützung, um Selbstverständlichkeiten im sozialen Umgang zu erlernen. Dem Kind/Jugendlichen mit Autismus gelingt es häufig ohne Spezialkenntnisse der Eltern und Erzieher nicht, sich ein optimales Milieu zu schaffen, das in der Lage ist, die autismusspezifischen Besonderheiten abzumildern. Die „normalen“ Erziehungsmethoden reichen da üblicherweise nicht aus. Daher gehört die Zusammenarbeit mit dem sozialen Umfeld notwendigerweise zu unseren Aufgaben.

Autismus gilt bisher als nicht heilbar, daher zielen die therapeutischen Methoden darauf ab, einen guten Umgang mit den autistischen Verhaltensformen zu finden. Dadurch kann soziale Integration und Selbständigkeit bestmöglich gelingen.